HOTEL NACH KEHRE 12

Veröffentlicht von: am 30. März 2012

Wenn der Horizont sich weitet.

Hat man sich die Gerlitzen Alpenstraße bis zur zwölften Kehre hoch geschlängelt, ist man erstmal vom Panaroma beeindruckt . Und kurz darauf vom hotel12.

Was die Betreiber aus einem jahrelang leerstehenden Rohbau gemacht haben, ist eine Bereicherung für die Kärntner Hotelszene. Ein Kleinod sozusagen. In den zwölf – hier ist sie wieder, die Zwölf, und sie wird noch öfter kommen – schlicht rustikal gestalteten Zimmern haben sich Künstler aus Europa, Asien und den USA verewigt und so jedem eine unverwechselbare und persönliche Note gegeben. Ob in Form von Bildern, Installationen oder Skulpturen, das gezeigte Spektrum ist breit.

Das spektakulärste Kunstwerk findet sich bereits im Eingangs- und Restaurantbereich. Die zwölf eher leicht bekleideten Personen an der zwölf Meter langen Fotocollage setzen sich aus bekannten österreichischen Wintersportlern und Models zusammen. Da steht man Franz Klammer gegenüber, geht an Martin Koch vorbei,  wenige Schritte weiter lacht einen Claudia Strobl-Traninger aus der Hocke an und dann entdeckt man auch noch Marc Giradelli. Konkurrenz bekommt dieses Kunstwerk allerdings von ganz anderer Seite – vom traumhaften Panorama, auf das man im gesamten Bereich freien Blick hat. Große Gemeinschaftstische laden zum Miteinander ein und in der Zigarrenlounge kann man die eigens für das hotel12 gedrehten Zigarren aus der Dominikanischen Republik genießen. Vielleicht begleitet von einem Glas hauseigenem Wein, einem Grand Cuvée aus dem Burgenland, ebenfalls vom Winzer speziell abgefüllt. Denn es mag zwar die Kunst international sein, die Küche legt jedoch Wert auf Produkte aus der Region.

Tritt man dann auf eine der zwei Terrassen, kann man sich auf bequemen Holzliegen in Schaffelle kuscheln und die Sonne genießen oder die Schifahrer auf der vorbeilaufenden Piste beobachten. Im Hintergrund angenehme Lounge-Musik anstatt Après-Ski-Lärm, ergänzt durch das dezente „Klack“ des Schlepplifts. Direkt am Birkenhoflift gelegen ist man perfekt an das Schigebiet angebunden, für Hotel- und Tagesgäste gleichermaßen ideal.

Und dann dieser Ausblick!

Doch zurück zum Design des Hauses. Traditionell und harmonisch in die Natur eingefügt durch Bürstenputz und Holzschindeln, bringen Details wie die Betonuntersicht der Balkone sowie unbehandelte Geländerstützen Leben in die Fassade.

Auch im Inneren findet man den Industrielook, sei es in unverputzten Mauerdurchbrüchen oder freiliegenden Stahlträgern, alles in Kombination mit reichlich Holz, Leder und Fell. Es wurde viel Zeit investiert um die passenden Möbel zu finden. Auch wenn der Besitzer Walter Junger vom Außen sehr konkrete Vorstellungen hatte, flossen bei der Inneneinrichtung die Ideen des gesamten Teams ein und vieles entschied sich oft auch spontan erst im Entstehen.

Zwischendurch vielleicht ein paar Sätze zu dem gerade erwähntem Team. Walter Junger & friends ist eine internationale Unternehmensberatung mit Hauptsitz in Berlin die Service- und Qualitätsmanagement für Dienstleistungsunternehmen anbietet. Nach einem österreichischen Restaurant in Berlin mit dem sinnigen Namen „No Kangaroo“ wurde mit dem hotel12 das erste firmeninterne Hotelkonzept umgesetzt. Neben Konzepten für Hotels und Restaurants kommt mit zwei Galerien in Berlin und Shanghai aber auch die Kunst nicht zu kurz. Und aufgrund der Kontakte der Galerien waren die Künstler für die Gestaltung der Zimmer schnell gefunden, allesamt namhaft und aus drei Kontinenten.

Womit wir auch schon bei den Zimmern wären. Zwölf Stück gibt es, davon zwei Suiten, und zwar nicht nummeriert, sondern den chinesischen Tierkreiszeichen zugeordnet.

Die entsprechend gestalteten Zimmertüren bilden den Hauptfokus in den ansonsten schlicht gehaltenen Gängen und sind schon Kunstwerke für sich. Da verschwindet man dann hinter einem kuschligen Schaf oder einem Pop-Art-Affen. Die Künstler stammen sogar aus einem der jeweiligen zwölf Tierkreiszeichen zugeordneten Jahrgänge, weil wenn schon, denn schon.

Mögen sich die geschmackvollen und klar designten Zimmer auf den ersten Blick auch gleichen, von den Kunstwerken mal abgesehen, der Unterschied liegt im Detail. Unterschiedliche Sessel und Felle geben jedem Raum eine zusätzliche individuelle Note. Fernsehgerät gibt es am Zimmer keines, dafür Panoramablick. Dank Spionspiegel auch aus dem in strengem Schwarz gehaltenen Badezimmer. Vom Wörther bis zum Faaker See, malerisch hinterlegt von den Karawanken und speziell zu Sonnenaufgang ein Genuss. Dasselbe Bild in der Panorama-Sauna im Spa-Bereich. Und sollten Kunst, Natur und Wellness nicht genügen, findet der Gast im ganzen Treppenhaus verteilt Bücher – die unkomplizierte freie Bibliothek des Hauses.

Dass diese Art von Konzept aufgeht, zeigt die gute Buchungslage und ein internationales Gästeklientel. Natürlich ist auch der einheimische Gast sehr willkommen! Das Restaurant hat über Mittag geöffnet, abends empfiehlt sich eine telefonische Voranmeldung.

Die Idee hinter dem hotel12 und die Ausführung sind spannend, das Ergebnis individuell, in sich stimmig und außergewöhnlich, kurz gesagt sehens- und erlebenswert!