BERGSCHUH MEETS TOKYO

Veröffentlicht von: am 30. September 2011

Japanisch für Anfänger.

13.00 DEPARTURE
22. Februar 2011, Flughafen Wien Schwechat, ca. null Grad. Kurz vor 13h nehmen wir gespannt Platz im gut gefüllten Tokyo-Transporter der Austrian Airlines.  Was erwartet uns im Land des HighTech, Sushi und der Karaokebars?  Nach 12 Stunden Flugzeit werden wir es erfahren.

08.25 ARRIVAL
Flughafen Tokyo Narita, wir haben es geschafft.  Nach Einreisekontrolle und einem Begrüßungs-„SAPPORO“ (japanische Biersorte) machen wir uns auch schon auf den Weg ins Zentrum Tokyos. Unser Ziel: Die größte Kreuzung der Welt in Shibuya.

10.00 TOKYO
Vorbei an Hafenanlagen, Tokyos Disneyland und ausufernder fragwürdiger Wohnanlagen an welchen sechsstöckige Autobahnen vorbeiführen, gelangen wir nach ca. einer Stunde Fahrzeit mit Sack und Pack , gefüllt mit ausreichend Fotoequipment, und bei traumhaftem Wetter und  20 Grad an unser Ziel.

11.00 SHIBUYA
Was auf Bildern noch recht lieblich erschien, ist wohl nicht allzu pensionistenfreundlich. Meterlange Zebrastreifen ermöglichen das Überqueren der Kreuzung nur im sportlichen Laufschritt und halten uns ziemlich auf Trab.

13.00 DER SAMURAI IM ALPINEN OUTFIT
Dank unserer lokalen Helferlein und dem ortskundigen Piloten, der uns souverän von Wien nach Tokyo und nun auch noch ins Zentrum der Stadt brachte, steht einem gelungenen Shooting nichts mehr im Wege. Tausende Japaner queren täglich diese Kreuzung, darunter jede Menge Modemutige und schrille Gestalten, gefolgt von Lieferwägen mit Leuchtreklamen und musikalischer Untermalung. Und siehe da: ein erblondeter Samurai im alpinen Outfit! Wir lassen es uns nicht nehmen und kombinieren kurzer Hand seine Wanderschuhe mit einem passenden Pleamle-Weekender. Ganz geheuer ist es dem jungen Mann aber wohl nicht.

18.00 30 STUNDEN
Inzwischen sind wir etwa 30 Stunden wach, haben das Shooting gut über die Bühne gebracht und unsere ermüdeten Körper schreien förmlich nach Essen und Karaoke.

19.00 BIG IN JAPAN
Gepfercht in ein beinahe schon hausfräulich dekoriertes Taxi (weiße Häkeldeckchen verzieren sowohl Nackenstützen als auch Armaturenbrett) bringen wir unsere für japanische Transportmittel nicht geeigneten europäischen Körper (die Maße sind nicht kompatibel!), ins nächste All-You-Can-Eat Restaurant, wo wir uns für ein exzessives Karokesingen stärken.

21.00 SAKE „HOTTO“
Ganz im Sinne der Tradition verkosten wir den einen oder anderen heißen Sake, ehe wir uns der Karaokekultur hingeben.

23.00  YOU’VE LOST THAT LOVIN‘ FEELING
Die Scham ist stark, der Sake aber stärker und macht aus dem einen und anderen Reiseteilnehmer einen fast schon Award würdigen Gesangskünstler und man könnte meinen, dass man seine Schul-Skiwoche noch einmal erlebt – mit dem kleinen Unterschied, dass sie in Tokyo und nicht in Saalbach stattfindet.

04.00 ZEIGT HER EURE SOCKEN
Nun ist er da, der Moment auf den ich mich bereits Wochen vor unserem Abflug  mit dem Kauf von etwa zehn Paar neuen Socken vorbereitete: Wer frühstücken möchte, muss sich seiner Schuhe entledigen. Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit Japans Karaokekultur wollen wir uns noch einmal mit guter japanischer Kost stärken. Ehe wir aber die Kojen des Restaurants betreten dürfen, müssen wir unsere Schuhe im örtlichen Schuhregal abliefern.

05.30 ILLUMINIERT IM HOTELBETT
Um etwa 5.30h erreichen wir das Hotel und gaben uns nun für wenige Stunden dem Schlaf hin.

11.00  TEMPELANLAGEN & KOPFLOSE AALE
Geputzt und gestriegelt fahren wir heute zum Tempel von Narita um auch dort noch einige Fotos zu machen.

14.00 JAPAN SUPERMARKT – MUTPROBE
Mundschutzpackungen in verschiedensten Designs, getrocknete Miniaturfische als Chipsersatz und Tramezini mit süßem Wiener Schnitzel machen diesen Nachmittag zu einem kulinarischen Experiment.

20.00 TIME FOR SUSHI
Was gehört zu Japan wie die Mayonnaise zu den Pommes? Lebendiges Sushi für wagemutige Europäer. Teilnehmer: ein Sushi-Profi, ein Sushi-Sympathisant, und ich, eine Sushi-Verweigerin. Mir wird wirklich Angst und Bange als der Sushikoch das lebendige Tier vor unseren Augen aus dem Aquarium fischt, es betäubt, kurz flambiert und dann – noch zuckend! – einrollt und serviert. Fazit: Den Herren schmeckt‘s.

10.00 ABFLUG
Müde machen wir uns auf den Weg zum Flughafen. Die Souveniers bleiben aus, das einzige was wir mitbringen ist ein gehöriger Jet-Lag.

Special thanks to Michi P.!