NOCKBERGE EINZIGARTIGE LANDSCHAFT

Veröffentlicht von: am 1. September 2010

Durch die Blume gesagt – das ist der Boden auf dem Lebensfreude blüht.

„Nocken“ …

… haben in Kärnten genauso wenig mit italienischen Gnocchi zu tun wie mit den deutschen Klößen. Wer die gekochten Teigspezialitäten hierzulande auf dem Teller haben möchte, sollte dann doch lieber „Nockerl“ bestellen. Klar, dass es dem Kärntner ein wenig skurril erscheint, wenn im Rest Österreichs „Nocken“ auf dem Speiseplan stehen. Denn unter dieser Bezeichnung sind ihm eher Bergkuppen aus kristallinem Gestein geläufig.
Die „Nocken“ waren jedenfalls namensgebend für die Kärntner Nockberge, wobei wir nun endlich beim Thema wären.
Sanft gerundet in ihren Formen und mit herrlichen Aussichten nicht geizend, erstrecken sich die Nockberge über den Kärntner Zentralraum.
Kilometerlange Wanderwege, Naturlehrpfade, Museen und urige Hütten erschließen das einzigartige Naturjuwel. Mal plätschert ein Bächlein, mal blubbert eine Quelle und plötzlich tost ein kleiner Wasserfall. Wasser spielt in den Nockbergen seit jeher eine große Rolle. Gespeist von warmen, radonhaltigen Quellen findet das feuchte Element in Thermalbädern auch heilsame Verwendung. Eintauchen, den Alltagsstress vergessen und neue Kräfte tanken.
Zahlreiche Wohlfühl-Oasen kombiniert mit alpiner Fitness prägen also die außerordentliche Vielfältigkeit der Nockberge. Neben unzähligen Mountainbiketouren und Nordic Walking Pfaden finden sich in der ältesten Bergregion Österreichs auch Wanderungen jedes Schwierigkeitsgrades.

SPEIK
Wanderer, die in den Sommermonaten die malerischen Kuppen der Nockberge erkunden, werden sich einem herb-frischen, würzigen Dufterlebnis nicht entziehen können. Der betörende Duft über den Almen geht von der Speikplanze aus. Besonders im Juli und August sorgt das unscheinbare Baldriangewächs mit dem starken „Wellness Charakter“ für einzigartige Geruchsbäder. Neben Spaziergängen kann das harmonische Zusammenspiel von anregenden und beruhigenden Substanzen auch in Fußbädern genossen werden.
Weltweit einzigartig und in den Nockbergen beheimatet, erfreute sich der Speik schon in der Blütezeit des römischen Reiches großer Beliebtheit. Wegen seines scharfen Aromas und seiner wertvollen Inhaltsstoffe wurde die Pflanze bis in den Orient exportiert und  kam als Salböl, Würze für Wein, Räucherwerk oder für Haremsbäder in Verwendung.
Heute ist die gelb blühende Speikpflanze streng geschützt und ein Nationalpark-Projekt erlaubt nur zwei Bauern die kontrollierte Nutzung.

ZIRBEN
Ein weiterer bemerkenswerter Vertreter der mannigfaltigen Pflanzenwelt des Nockgebietes ist die Zirbe. Wegen ihres langsamen Wuchses und  ihrem unglaublich stämmigen Halt in höchsten Lagen, gilt die Zirbe als Charakterbaum der Nockberge. Ein Wahrzeichen für Kraft und Duldsamkeit. Im Bereich der Turracher Höhe erschließt sich einer der größten zusammenhängenden Zirbenbestände der Ostalpen. Das Holz des Kieferngewächses ist beliebt für Schnitzereien und Möbel. Eng verbunden und an Wald und Natur erinnernd ist der Zirbenschnaps. Unverwechselbar im Geschmack, mit leicht süßlicher und aromatisch harziger Note, erfreut er sich großer Beliebtheit. Ursprünglich war Zirbenschnaps nur den Bauern der Region vorbehalten, da sich das Pflücken der rotvioletten Zapfen sehr arbeitsaufwendig gestaltete. Die Produktion von Zirbenschnaps ist auch heute auf Grund unterschiedlicher saisonaler Erntemengen begrenzt. Bei den Zubereitungsarten sind jedoch keine Grenzen gesetzt. Am häufigsten werden die von Juni bis Juli gesammelten rotvioletten Zirbenzapfen in Ansatzkorn ausgelaugt und zur Abrundung des Geschmackes mit Zucker versetzt. Weit verbreitet ist auch die gebrannte Variante – der Zirbengeist.

Das Karlbad
DAS ANDERE WELLNESSERLEBNIS…
…seit neun Generationen
…150 Tonnen Steine pro Sommer
…auf bis zu 1.000 Grad Celsius erhitzt
…in 15 Lärchentrögen
…mit hauseigenem Quellwasser gefüllt
…ohne Strom
…ohne Handyempfang
…mit zünftiger Hausmannskost
…von Mai bis September
…auf zwei Jahre ausgebucht

Es ist noch früh am Morgen wenn Hans-Jörg Aschbacher die Steine aus dem Karlbach trägt, sie mit Holz in Schichten übereinander stapelt und daraus ein Feuer entfacht. Rund zwei Stunden benötigen die Mineralien um zum Glühen gebracht zu werden. Erst dann können die glühenden Steine in die mit eiskaltem, hauseigenem Quellwasser gefüllten Badetröge eintauchen. Jäh wird die morgendliche Stille von einem gespenstischen Zischen unterbrochen und wie von Geisterhand durchzieht eine dichte Dampfwolke das 300 Jahre alte Badehaus. Vorhang auf für ein Wellness-Erlebnis der besonderen Art.

Dem Lockruf „Booodn“ folgend, begeben sich dann auch gleich die ersten Kurgäste der sieben Zimmer in die Lärchenholztröge um das wohlige Badevergnügen im knapp 40 Grad heissen, radonhaltigen Wasser ja nicht zu verpassen. Zweimal pro Tag, von Mai bis September, wiederholen Hans-Jörg und sein Vater Georg Aschbacher dieses Ritual, denn es gilt auch den Tagesgästen das heilsame Bad nach traditioneller Art und Weise zu bereiten.

Seit neun Generationen ist das Heilbad nun schon in Familienbesitz und schon vor hunderten Jahren zog die heilsame Wirkung des Karlbads die Menschen in ihren Bann. Während die Thermalquellen Bad Kleinkirchheims den weltlichen und geistlichen Herschafften vorbehalten waren, plantschten sich die Bauern der umliegenden Dörfer ihre Rheuma- und Ischiasleiden im Karlbad weg.
Die Zeit am urtümlichen Hof scheint wirklich still zu stehen: Ohne Strom und Handyempfang geben sich die Gäste nach dem heilsamen Bad noch den lukullischen Wellnessfreuden hin. Schweinsbraten und zünftige Hausmannskost aus der eigenen Küche stehen da auf dem Speiseplan.

Ein Wellnesserlebnis abseits von mondänen Wellnesstempeln. Der Erfolg gibt den Aschbachers jedenfalls recht, denn das Karlbad ist für die nächsten zwei Jahre ausgebucht.

Wenn die Musi spielt …
…dann tut sie das in den Nockbergen sehr gerne. Genau genommen seit vierzehn Jahren setzt die herrliche Berglandschaft der Kärntner Nockberge den Rahmen für die größte Volksmusikveranstaltung in den Alpen. Auch diesen Sommer gibt sich die Elite der europäischen Volksmusik, am 25. Juli 2009, wieder ein Stelldichein beim „Sommer Open Air – Wenn die Musi spielt“. Mit von der Partie ist da natürlich auch Pleamle, denn schon seit seiner Geburtsstunde ist die „Tracht“ unzertrennlich mit dem Volksmusikfestival verbunden. In der beschaulichen Idylle des malerischen Örtchens St. Oswald/Bad Kleinkirchheim haben sich jedenfalls schon wieder zahlreiche Stars angekündigt. Zehntausende Zuseher werden ihnen dann auf 1300 Metern Seehöhe zujubeln.