Hans Plajer

Veröffentlicht von: am 1. September 2010

Der Härteste unter den Harten!

Der Ironman hat viele Gesichter. Rund 2.400 werden am 5. Juli 2009 bei der 11. Auflage des Ironman Austria in Klagenfurt an den Start gehen. Anfangs werden diese Gesichter nur kurz an der Oberfläche des Wörthersees erscheinen, nach Luft ringen um wieder in den Wassermassen abzutauchen. Immer und immer wieder, bis der 3,8 km lange Schwimmparcours bewältigt ist. Hart zusetzen wird den Antlitzen auch der Wind auf dem 180 km weiten Fahrrad-Rundkurs. Jene Gesichter, die dann noch die 42,195 km der historischen Marathondistanz laufend überstehen, wird, aller Anstrengungen zum Trotz, nach der Zielankunft aber ein strahlendes Lächeln überziehen.

Eines dieser Gesichter gehört Hans Plajer. Der Ur-Ironman feiert im Juni dieses Jahres seinen 80. Geburtstag. Der Klagenfurter schwamm, radelte und lief bereits fünf Mal über die Ironman-Distanz und will sich der Herausforderung noch ein letztes Mal stellen.

Den pionierhaften Einstieg in den Triathlonsport erlebte Hans Plajer 1983 am Klopeinersee, beim ersten Bewerb dieser Art in Österreich. 250 Triathlons später will der 80jährige nun am 5. Juli 2009 in Klagenfurt seine Ironman-Karriere beenden. Das wollen seine Frau und seine Töchter so. Plajer weiß: „Ohne die Unterstützung der Famile geht gar nichts“ und nach 57 Jahren Ehe sollte er auch schon mal auf seine bessere Hälfte hören. Sie war früher selbst sportlich aktiv, ist für den Ernährungsplan vor den Wettkämpfen zuständig und begleitet den Ironman bei all seinen Sportreisen.

Davon gab es im Leben des Hans Plajer wahrlich genug. Stundenlang könnte man seinen Ausführungen über diverse Sportveranstaltungen lauschen. Da wäre zum Beispiel die Geschichte zum 10. Oktober 1987. Der damals 58jährige Plajer bestritt als erster Kärntner den prestigeträchtigen Ironman auf Hawaii. Das Zielfoto schmückt noch heute die Wand des Wohnzimmers im Hause Plajer. Daneben zwei Urkunden vom New York City Marathon und zahlreiche weitere Trophäen die halt im Laufe der Zeit so zusammenkommen.  Ob Wasalauf, Finlandia, Holmenkolm oder Dolomitenlauf – Player war überall dabei und das gleich mehrere Male.

Die Geschichte von Hans Plajer ist aber nicht nur die Geschichte eines vorbildlichen Sportlers. Als Ärzte vor fünf Jahren einen bösartigen Tumor im Halsbereich feststellten, musste Plajer ein Stimmband entfernt werden. Sein unbändiger Wille und die Liebe zum Sport ließen ihn aber auch diese mühevolle Etappe mit Bravour meistern.

Warum sich Plajer den Ironman nochmal antut? Als Berater beim Hawaii-Triathlon sah er einen 80jährigen Amerikaner vorbeilaufen. Dieses Erlebnis inspirierte ihn noch einmal einen Anlauf zu starten. Dass er in seiner Altersklasse allein auf weiter Flur ist, stört ihn herzlich wenig. Seine Tipps und Tricks für den Wettkampf: „Trinken, trinken, trinken und tief atmen, das ist das Wichtigste und bei Kilometer 30 im Marathonlauf brauch ich einen schwarzen Kaffee, das wirkt Wunder“, verrät uns der Ur-Ironman.

Nach dem 5. Juli ist dann aber Schluss, zumindest mit dem Ironman. Mit dem Sport geht es danach freilich munter weiter. Wer rastet der rostet.

Ironman
Erstmals 1978 auf Hawaii mit 15 Athleten, seit 1998 in Kärnten. Im ersten Jahr 124 Teilnehmer, für heuer 3000 Anmeldungen, ausgebucht innerhalb von 92 Minuten. Zählt gemeinsam mit dem Ironman Florida zu den größten Rennen der Weltserie. Rund 100.000 Zuseher am Renntag, 25.000 Liter Wasser werden von den Athleten verbraucht, ebenso wie 3 Tonnen Bananen, 1,5 Tonnen Orangen und 10.000 Energieriegel.

Der Ironman…..
…wird am 21. Juni 80 Jahre alt
…ist 57 Jahre verheiratet
…hat drei Töchter
…liebt essen, trinken und tanzen
…läuft 100 Meter in 16 Sekunden
…springt 1,20 Meter hoch
…bestritt über 250 Triathlons
…bewältigte viermal den …Ironman in Klagenfurt
…war der erste Kärntner
…beim Ironman in Hawaii
…qualifizierte sich zweimal …für den New York Marathon
…absolvierte unzählige große …Marathonläufe in Europa
…kennt alle großen Volkslanglauf-
…rennen
…braucht bei Kilometer 30 …einen schwarzen Kaffee
…und wünscht sich das der Tag …40 Stunden haben sollte