CATCH THE FLOW

Veröffentlicht von: am 29. September 2010

STECKBRIEF / CHRONIK.

Michael Pecsi


1973: Am 26. Juli in Villach geboren
1993: Pilotenausbildung in Miami
1995: American Eagle Co-Pilot
Seit 1996: Pilot bei österr. Fluggesellschaft
Seit 2000: Downhill-Mountainbiker
2003: Erstes Rennen
2007: 10. Platz Österr. Meisterschaften
2007: 7. Platz Austria Cup
2007: 3. Platz Slovenia Cup
2008: 10. Platz Austria Cup
2008: 13. Platz Österr. Meisterschaften
2008: Gründung flowmotion
2009: Gründung URC-flowmotion-Team

Michi Pecsi war lange genug im Ausland und ist es berufsbedingt immer wieder, sodass er um die Schönheit und Vorteile seines Heimatlandes Kärntens weiß. Er will hier nicht mehr weg und genießt in erster Linie die Berge in der Umgebung, respektive – ihre Abfahrten. Michi Pecsi ist seit 2000 Downhill-Mountainbiker und verbringt jede freie Minute auf dem Rad. Als er von Cross Country auf die etwas extremere Art sein Rad zu bewegen umgestiegen ist, hat er seine Berufung gefunden. Sein Job als Pilot verlangte nach einem Kontrast. „Neben dem restriktiven Arbeiten braucht der Geist eine Auszeit. Das finde ich, wenn ich mich mit dem Rad den Berg hinunter begebe.“ Das Mountainbiken war Ausgleich – das Downhillen wurde zur Sucht. Es folgten einige Rennen – Cups, Meisterschaften und die EM, bei der er in seiner Klasse den 16. Platz belegte. Die Stürze, die an der Tagesordnung stehen, erwähnt Pecsi nur beiläufig. Trotzt Vollvisierhelm gab es sechsmal Nasenbeinbruch, außerdem Mittelhandknochen- und Rippenbrüche. „Man hat als Downhiller eine andere Einstellung zum Stürzen als ein normaler Mountainbiker.“

Die Sportart und ihre problemlose Ausübung in Kärnten liegen Pecsi am Herzen. So wurde gemeinsam mit einem Freund 2008 die Plattform flowmotion gegründet.

„flowmotion tritt an, Anreize und Mittel zu bieten,  seinen individuellen Weg zu finden und sich darin ausleben zu können.“

Die Plattform, die viel mehr eine Bewegung, eine Ideologie  ist, bietet Rand- und Extremsportlern eine Anlaufstelle. Der Schwerpunkt wurde auf Bouldern und Downhillen gesetzt. Offen sei man für alle Sportarten. „Bis auf Eishockey und Fußball“, so Pecsi, würden diese doch in Kärnten nicht unbedingt zu den Randsportarten zählen. Pecsi predigt, die Lockerheit im Sport wieder zu finden. Er will zeigen, dass man auch mit Spass im Vordergrund erfolgreich sein kann. Aus dieser Motivation heraus hat er 2009 das Downhill-Team URC-flowmotion gegründet. Pecsi managt das Wettkampfteam mit gegenwärtig zwölf Fahrern, allesamt Weltcup oder Eliteklasse erprobt. Er will das Team im Einklang zum Erfolg führen, weg vom Vereinsdenken und lieber einen Schritt zurück, weil er gesehen hat, dass es auch auf die – für Österreich – unkonventionelle Art funktionieren kann. Die Rechnung geht scheinbar auf, der Erfolg gibt ihm Recht und im vergangenen Jahr gab es rund 50 Anfragen zur Aufnahme, die meisten kamen aus Slowenien und Kroatien. „In Kärnten steckt das Downhillen noch in den Kinderschuhen. Die Möglichkeiten hier sind eingeschränkt, obwohl die naturgegebenen Bedingungen optimal wären“, Pecsi spielt auf die Schigebiete an, die im Sommer brach liegen. Die Gegebenheiten wären perfekt, es scheitert an den Berechtigungen. Somit wird häufig nach Slowenien, Kroatien und Italien ausgewichen. Mit flowmotion will Pecsi die Sportart in Kärnten pushen, das festgefahrene System durchbrechen und die Trainingsbedingungen erleichtern. Das Downhillen als sehr junge Sportart soll akzeptiert und gefördert werden.

„flowmotion gibt dem ureigenen, menschlichen Drang nach Bewegungsfreiheit einen Namen, eine Basis, einen Impuls.“

flowmotion hat sich in der kurzen Zeit immerhin zur größten Community im Alpe Adria-Raum entwickelt. 2009 herrschte ein regelrechter Boom, die Zugriffszahlen auf die Seite stiegen enorm, die Erwartungen wurden übertroffen. Die Website bietet besonders Fotografen eine immer beliebtere Plattform und so entwickelte sich flowmotion zum größten Bilderpool für die Sportarten Downhill-Mountainbike und Bouldern in Slowenien, Kroatien und im Süden Österreichs.

Wie lassen sich das Coachen eines Teams, das Arbeiten an der Community und das Training mit dem Beruf vereinbaren? „Mit dem Sport bekämpfe ich den Jetlag,  flowmotion  ist mein Ausgleich zum Berufsalltag.“ Pecsi lebt seine Leidenschaft und bewegt damit. Mit flowmotion will er Menschen an ihre Fähigkeiten erinnern und sie dazu inspirieren, ihren eigenen Flow zu suchen. Er hat seinen schon gefunden.